Elektroenzephalographie (EEG)
Bei der Elektroenzephalographie (Hirnstromkurve) wird die vom Gehirn ausgehende elektrische Aktivität von der Kopfhaut abgeleitet. Die Ströme entstehen durch die ständige Arbeit und Signalübertragung der Nervenzellen untereinander. Diese Aktivität der Nervenzellen ist von verschiedenen Faktoren abhängig und unterscheidet sich z. B. im Schlaf von der im Wachzustand und ist im Alter anders als in der Kindheit.
Für die Ableitung der elektrischen Hirnaktivität werden dem Patienten unter einer Haube Elektroden auf den Kopf geklebt. Über diese Elektroden wird die elektrische Aktivität des Gehirns an einen Computer weitergeleitet, der die Spannungsänderungen in Form von Linien wiedergibt.
Die EEG-Untersuchung ist vor allem für die Diagnose von Epilepsien wichtig und kann helfen zu entscheiden, unter welcher Form von Anfällen ein Patient leidet und ob ein erhöhtes Risiko für erneute Anfälle besteht. So lassen sich die richtigen Medikamente und die passende Dosierung bestimmen.
Daneben finden sich im EEG – gerade bei älteren Menschen – häufig Hinweise auf diffuse Durchblutungsstörungen des Gehirns. Bei Patienten mit Migräne oder anderen Kopfschmerzen können typische Veränderungen auftreten. Manche Entzündungen des Gehirns zeigen typische EEG-Veränderungen, ebenso bestimmte Stoffwechselstörungen, Vergiftungen oder Psychopharmaka. Auch nach Schlaganfällen oder bei Tumoren des Gehirns ist das EEG oft verändert, weshalb diese Untersuchung häufig als Screeningverfahren eingesetzt wird.